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  • Pfiffige Intelligente Persönliche Ausgezeichnete Medizin

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Die angehende Ärztin Sarah Weinberger war vom 16.11.2015 bis zum 04. März 2016 in unserer Praxis

Sarah Weinberger fb kopie

Hallo! Wie schon meine PJ-Vorgängerinnen habe ich an dieser Stelle jede Woche über meine Erfahrungen im Wahltertial Allgemeinmedizin berichtet.

Das Tertial in der Allgemeinmedizin stellt für mich den Beginn meines Praktischen Jahres (PJ) dar. Bisher habe ich Famulaturen in der Kardiologie, der klinischen Toxikologie, in der Nephrologie sowie in einem Kinderkrankenhaus in Nepal (Kathmandu) gemacht.

Ich bin in Lindau im Bodensee aufgewachsen, wohne im Kreis Traunstein, studiere an der TU München und bin für mein Wahlfach Allgemeinmedizin in der Gemeinschaftspraxis im Bayerwald. Dass ich mich gerade für das PJ in der Allgemeinmedizin entschieden habe und für keines der vielen anderen spannenden Fächer, liegt vor allem an der Vielfältigkeit des Fachs und an der besonderen Bedeutung der Arzt-Patienten-Beziehung. Dies macht die Allgemeinmedizin zu einem ganz besonderen Gebiet und ist ein schöner Kontrast zur hochspezialisierten Universitätsklinik, wo der allergrößte  Teil der medizinischen Ausbildung stattfindet.

Mein INterview für den Springer Verlag: https://www.facebook.com/wissenmachtarzt/videos/452120224983215/

  • Die erste Woche (16.11.-20.11.15)


    In meiner ersten Woche in Kirchberg (und Rinchnach) bekam ich vor allem ein Gefühl darüber vermittelt, wie die Abläufe in den Praxen sind, durfte die ersten Patienten, die Mitarbeiter und die Räumlichkeiten kennenlernen. Ich machte Voruntersuchungen und stellte die aktuellen Beschwerden der Patienten Dr. Blank vor. Schon nach einer Woche habe ich das Gefühl, dass ich eine gewisse Sicherheit darin bekomme. Auch das bessere Erlernen der körperlichen Untersuchung - von essentieller Bedeutung, aber im theoretischen Studium leider doch recht kurz kommend - habe ich mir insbesondere für die ersten beiden Wochen zum Ziel gesetzt. Dabei möchte ich vor allem lernen, Auskultationsbefunde der Lunge und Befunde des Trommelfells sicherer zu interpretieren. Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass das nach nur einer Woche schon etwas besser geht.

    Außerdem habe ich mir in der ersten Woche ein Curriculum erstellt, in dem für jede Woche festgehalten ist, was ich in meiner Zeit in Kirchberg lernen möchte. Dazu gehören vor allem Krankheitsbilder und Themen, die in der allgemeinmedizinischen Praxis häufig vorzufinden sind: Diabetes, Arthrose, Brust-, Kreuz- und Bauchschmerzen, Fieber, Impfungen, geriatrisches Assessment und vieles vieles mehr. Nächste Woche werde ich darüber berichten, ob ich meine Lernziele für Woche zwei erreicht habe.


    Der Ausblick aus meiner Wohnung am ersten Morgen hier in Kirchberg:
    Sarah good morning klein  


  • Die zweite Woche (23.11. -27.11.2015) und der erste Schnee!!

    Sarah Snow klein
    Neben dem „Praxisalltag“ habe ich mir für diese Woche insbesondere vorgenommen, Sicherheiten in der Untersuchung von Ohren und Lunge zu gewinnen sowie mich genauer mit den Themen „Abwendbar gefährliche Verläufe“ und „Abwartendes Offenlassen“ zu befassen.
    Der Montag begann dann aber doch ganz anders. Der erste Patient des Morgens präsentierte sich mit dem Bild einer Blinddarmentzündung. Nachdem auch die Chirurgen in Deggendorf von einer Appendizitis ausgingen und sie darin eine OP-Indikation sahen, wurde es in die Wege geleitet, dass ich bei der OP dabei sein konnte. Dieser Blick über den Tellerrand hinaus war sehr spannend und ich hoffe, dass ich noch öfter bei OPs dabei sein kann. Außerdem sah und hörte ich in dieser Woche den ersten Patienten in der Praxis mit einer Pneumonie, sah zum ersten Mal eine Tinea Capitis (Pilz der Kopfhaut), einen Leistenbruch und lernte außerdem, dass bei manchen Patienten ein Lippenherpes mit Gefühlsstörungen und Schmerzen des Gesichts einhergeht. Ebenfalls zum ersten Mal sah ich eine Impetigo contagiosa, eine ansteckende bakterielle Entzündung der Haut.
    Mit Frau Dr. Takacs dufte ich diese Woche Routine-Hausbesuche wahrnehmen und damit in diese ganz besondere Dimension des Hausarztseins hineinschnuppern. Wenn Zeit blieb versuchten wir (die Blockpraktikantin Veronika und ich) uns am Ultraschallgerät. Wirklich gut sind wir darin noch nicht (und das werden wir auch so schnell nicht werden), aber dennoch finden wir die gewünschten Strukturen schon etwas schneller als beim ersten Mal. Ähnliches gilt für mich auch für die Auskultation der Lunge und insbesondere für die Beurteilung des Trommelfells, mit der ich noch ein bisschen zu kämpfen habe. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich auch das mit der Zeit noch lerne, es war ja erst die zweite Woche…
    Bei der Fortbildung „Generationenübergreifendes Lernen“, welche jeden Donnerstag per Skype stattfindet, wurde über die Sinnhaftigkeit des PSA-Screenings und von Screenings im Allgemeinen diskutiert. Auch das vermittelte viele Informationen und Eindrücke, die im Studium wenig Beachtung finden. Umso besser, dass ich jetzt hier bin.
  • Advent, Advent, ein Lichtlein brennt… die dritte Woche 30.11.-04.12.15

    Die dritte Woche verging wie im Flug. Meine mir selbst gesteckten (nicht wirklich weihnachtlichen) Lernziele für diese Woche waren die theoretische und praktische Auseinandersetzung mit dem Thema Impfen, Checkup-Untersuchungen und der Ultraschall der Schilddrüse. Außerdem nahm ich mich der erst im November erschienenen Versorgungsleitlinie zur Depression an ( http://www.leitlinien.de/nvl/depression ).

    Ich frischte ich mein Wissen zum Impfkalender auf ( https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Aktuelles/Impfkalender.html ) und konnte auch gleich einige Impfungen durchführen. Neben der i.m.-Injektion in den Deltamuskel lernte ich diese Woche auch die Methode nach Hochstetter zur intraglutealen Injektion kennen. Um ein bisschen Übung zu bekommen, schallte ich auch diese Woche wieder einige Schilddrüsen und Bäuche.

    Ich begleitete Dr. Blank bei einigen Checkup-Untersuchungen und setzte mich mit der Seite des IQWIG ( https://www.iqwig.de/ ) auseinander. Dieses liefert für Laien verständliche, unabhängige Gesundheitsinformationen. Am Springer Interview 3 kleinDienstag nahm ich mit Frau Dr. Takacs wieder Hausbesuche wahr. Diese sind zum Teil sehr ermunternd und spannend, manchmal verlässt man das Haus der Patienten aber auch mit keinem wirklich zufriedenen Gefühl.

    Am Mittwoch Mittag waren Mitarbeiter vom Verlag „Springer Medizin“ in der Praxis, um Dr. Blank wegen dem 3. Preis beim „Springer Medizin Charity Award“ zu interviewen; diesen hatte das Projekt die „LandArztMacher“ im Oktober von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe überreicht bekommen. Auch mir wurden einige Fragen dazu gestellt, weshalb ich mein PJ in der Allgemeinmedizin und auf dem Land mache. Wobei ich wieder festgestellt habe, dass das die genau richtige Entscheidung war.

    Kinderpraxis 3 kleinAm Donnerstag durfte ich dann einen Tag in die pädiatrische Praxis von Dr. Rauch in Hengersberg hineinschnuppern, auch hier wurde viel geimpft. Außerdem wurden einige U-Untersuchungen durchgeführt, sodass ich nun mehr darüber weiss, was (laut den U-Untersuchungen) Kinder in welchem Alter können sollten. Und ich habe mitbekommen, wie traurig die Kleinen wären, wenn der Doktor ihnen sagen würde, dass sie am nächsten Tag nicht in den Kindergarten dürften… Wo doch der Nikolaus kommt!

    Was ich diese Woche erstmals in den Praxen sah oder hörte: Ein sogenanntes „Jauchzen“ bei der Auskultation der Lunge, starke Neurodermitis, Windeldermatitis, Leistenbruch bei einem weiblichen Säugling (tastbarer Bruchsackinhalt: Ovar), einen abklärungsbedürftigen Nävus (Leberfleck), eine Kopfplatzwunde sowie die Information, dass Polamidon insbesondere bei älteren Patienten erfolgreich als Schmerzmittel eingesetzt werden kann - und dabei ein geringeres Abhängigkeitspotential aufweisen soll als herkömmliche Opioid-Analgetika.

    Auf geht’s in die zweite Adventswoche!
  • Woche 4 vom 07.12. - 11.12.2015


    Die Sprechstunde begann diese Woche am Montag in Rinchnach. Hier präsentierte sich gleich in der Früh eine Patientin mit einer exazerbierten COPD, deren Auskultationsbefund sehr eindrücklich war. Dies nahm ich als Anlass dafür, mir die Leitlinien zur Therapie der COPD genauer anzusehen. Außerdem beschäftigte ich mich diese Woche mit der Leitlinie zum Thema „Brennen beim Wasserlassen“, versuchte mich erneut in der Sonografie von Leber, den Nieren und der Schilddrüse und übte weiterhin, meine Auskultationsbefunde der Lunge und die Beurteilung des Trommelfells zu präzisieren.

    WP 20151210 010
    Ich erfuhr, dass nach einem Supinationstrauma (Umknicken des Fußes) Bandagen weitaus weniger Sinn machen als Schienen, dass eine Trepanation des Nagels ziemlich unangenehm sein kann, dass auffällige Hautbefunde, die exzidiert werden, in die Pathologie nach Deggendorf geschickt werden und dass Augenheilkunde doch nicht so langweilig ist, wie ich mir das immer vorgestellt habe. Am Donnerstag durfte ich nämlich einen Vormittag lang den Augenarzt Dr. Koch in Zwiesel in seiner Sprechstunde begleiten. Die apparativen Möglichkeiten haben mich dabei sehr beeindruckt und ganz besonders habe ich mich natürlich gefreut, wenn ich einen Patienten aus der Praxis in Kirchberg oder Rinchnach wiedergesehen habe ;)

    Außerdem erklärte mir Petra Weinmann einiges über ihr Spezialgebiet, die Einstellung der Blutzuckerwerte bei Diabetikern. Ich lernte Unterscheidungsmöglichkeiten zwischen einer Peripheren arteriellen Verschlusskrankheit und einer Claudicatio spinalis kennen, sah eine Kapselverletzung des Fingers, einen Muskelfaserriss, eingewachsene Zehennägel und entdeckte diese Woche außerdem eine große Nierenzyste im Ultraschall.
  • Die fünfte Woche vom 14.12. - 18.12.2015

    In der fünften Woche nahm ich mir vor, mich mit der orthopädischen Untersuchung und allgemein orthopädischen Themen vertrauter zu machen. Ich lernte die Therapie von steifen Hälsen, von umgeknickten Sprunggelenken und von Kreuzschmerzen kennen.

    Auch diese Woche waren wieder viele erkältete Patienten in der Praxis; dabei kam auch die Frage auf, welche Medikamente eingenommen werden dürfen, wenn gestillt wird. Bei Erkältung häufig verwendete Medikamente wie Ibuprofen oder Paracetamol können hierbei ohne Bedenken eingesetzt werden. Eine gute Informationsquelle für Ärzte und Patienten liefert die Homepage www.Embryotox.de . Außerdem sah ich diese Woche das erste Mal „richtig“ eitrige Mandeln- Sie hatten eine Musterung wie ein Fliegenpilz und wurden wegen der großen Wahrscheinlichkeit eines Streptokokkus A-Infekts mit Penicillin und Ibuprofen therapiert. In diesem Zusammenhang setzte ich mich mit der S3-Leitlinie zum Thema Halsschmerz auseinander und rief mir auch den Centor-Score wieder in Erinnerung. Ich lernte das Dosierschema für Amitryptilin kennen, wenn es nur zur Schlafförderung eingesetzt wird, setzte mich mit der Eisentherapie nach Blutverlust auseinander und kam mit den Problemen der Therapie von chronischen Schmerzzuständen in Berührung.

    Am Dienstagnachmittag durfte ich bei der Physiotherapie Kufner zusehen. Es war interessant, wie mit den Beschwerden der Patienten umgegangen wird, wenn in der Praxis Krankengymnastik rezeptiert wurde. Von der Behandlung eines Hallux valgus, von unspezifischen Hüft- und LWS-Beschwerden, einer Ruptur der Rotatatorenmanschette an der Schulter bis hin zu HWS-Beschwerden war so manches dabei. Am Mittwoch gings dann nach München zum PJ-Seminar der TU, wo ein Austausch mit anderen Studierenden, die gerade ihr PJ in der Allgemeinmedizin machen, stattfinden konnte und wir ein bisschen auf das anstehende mündlich-praktische Examen vorbereitet wurden.

    Das Thema in der Donnerstags-Fortbildung lautete Müdigkeit. Wir tauschten uns über die Vorgehensweise bei Patienten aus, die mit der Beschwerde „Müdigkeit“ in die Praxis kommen, verglichen die Herangehensweisen mit der aktuellen DEGAM-Leitlinie und thematisierten in diesem Zusammenhang auch das Schlafapnoesyndrom und chronische Fatigue. Und schließlich wurde die PJ-Woche am Freitag mit einer zu nähenden Kopfplatzwunde beendet… J

    Es war auf jeden Fall eine sehr spannende, informative und vielseitige Woche!
  • Die sechste Woche vom 21.12. - 24.12.2015

    In der Weihnachtswoche setzte ich mich in der Theorie mit den Themen Übelkeit, Erbrechen und
    Bauchschmerz auseinander und las dazu die DEGAM-Leitlinien akuter Durchfall und EHEC/HUS.
    Darüber hinaus las ich die Nationalen Versorgungsleitlinie zum Kreuzschmerz, ebenso die DEGAM-
    Leitlinien zum Nackenschmerz und zu chronischen Schmerzen- ein häufiges und kniffliges Thema der
    Allgemeinmedizin.
    Ich sah das erste Mal ein Mädchen mit einer eindrucksvollen Stomatitis aphtosa, sah einen Jungen
    mit Windpocken, sah die Auswirkungen einer unzuverlässigen Marcumar-Einnahme und bekam die
    schnelle Besserung eines Gichtanfalls nach dem Beginn einer Therapie mit Cortison mit. In diesem
    Zusammenhang setzte ich mich auch mit den Leitlinien zum Thema akute und chronische Gicht
    auseinander.
    Außerdem sah ich gebesserte Befunde bei Patienten, die uns in der Vorwoche wegen einer
    Lungenentzündung, einer eitrigen Mandelentzündung oder eines exulzerierten Furunkels aufgesucht
    hatten.
    Besonders war in der Vorweihnachtswoche außerdem, dass am Montag und Dienstag die Studentin
    Theres F. aus Jena in der Praxis war, da sie sich für ein praktisches Jahr im Bayrischen Wald
    interessiert. Und schließlich ging ich in die „Weihnachtsferien“. Frohe Weihnachten! 

  • Woche 7 und 8 (28-12.15-08.01.16)


    Zwischen den Feiertagen und zu Beginn des neuen Jahres setzte ich mich mit Themen auseinander, die ich mir schon lange vorgenommen hatte: So bearbeitete ich die Leitlinien zu den Themen Rhinosinusitis, Ohrenschmerzen, chronischer Schmerz, Halsschmerzen sowie zu den neuen oralen Antikoagulantien, zum „Bridging“ bei Marcumareinahme und zu Gliptinen, welche in der Therapie des Diabetes Typ II eingesetzt werden. Außerdem begann ich damit, mein Wissen zum EKG aufzufrischen. In der kommenden Woche wird dann wieder die Praxis im Mittelpunkt stehen - ich freue mich schon darauf!
  • Woche 9 (11.01.16-15.01.16)


    In dieser Woche warteten viele neue Eindrücke auf mich, in meinem Curriculum stand die Auseinandersetzung mit dem Herzen (Brustschmerz/Myokardinfarkt/EKG/Herzinsuffizienz) auf dem Plan. Am Montag sah ich erstmals eine bakteriell entzündete, stark geschwollene Talgdrüse im Ohrbereich, die antibiotisch behandelt und operiert werden musste.

    Am Dienstag durfte ich einen Blick in die nephrologische Praxis/Dialyse von Dr. Kammerl in Zwiesel werfen. Ich konnte sehen, wie Patienten an die Dialysegeräten an-und abgeschlossen werden und dadurch einen kleinen Einblick gewinnen, was es für Patienten bedeutet, an die Dialyse gebunden zu sein. Ich bekam interessante neue Informationen zu technischen Aspekten der Dialysegeräte und konnte mein Wissen zu den verschiedenen Methoden der Blutreinigung (Hämodialyse, Hämofiltration, Bauchfelldialyse) auffrischen. Außerdem wurde mir die besondere Bedeutung der Auskultation durch den Nephrologen bewusst-In der Hausarztpraxis geht bei der Lungenauskulation meist um die Frage, ob sich hinter Atembeschwerden eine Lungenentzündung oder eine obstruktive Atemwegserkrankung (wie Asthma oder COPD) verbirgt. Bei chronisch nierenkranken Patienten ist es hingegen besonders wichtig, auf Zeichen eines Ergusses durch Überwässerung oder auf ein Pleurareiben wegen der Gefahr einer schmerzlosen urämischen Perikarditis zu achten.

    Am Mittwoch durfte ich das erste Mal die Sprechstunde in Schöffweg begleiten und bin schon gespannt auf die weitere Zusammenarbeit. Neben einer oberflächlichen Phlebothrombose, einer Riesenzellarteritis und Beschwerden durch Knick-Senkfüße wurde ich in den Praxen diese Woche außerdem mit einer unspezifischen Schuppung der Fingerkuppen, Perlèche, Beschwerden bei einer Röschenflechte, Multipharmakotherapie bei Depression, dem therapeutischen Bereich von Lithium, funktionellen Arm/Herzbeschwerden, einer großen Nierenzyste, einem Nabelbruch und einer asymptomatischen Mikroalbuminurie konfrontiert.

    Am Donnerstag fand wieder die wöchentliche Skype-Konferenz im Rahmen des „generationenübergreifenden Lernens“ statt, diese Woche zu den Themen Nieren-/Gallenkolik. Im Rahmen dessen setzte ich mich mit den Leitlinien zu Nieren- und Gallenkoliken auseinander. Ebenfalls las ich diese Woche die DEGAM-Leitlinie zum Thema Brustschmerz und informierte mich in der Theorie und Praxis zum Thema Lungenfunktion.

    Am Freitag durfte ich im Krankenhaus Viechtach den Internisten Dr. Popp begleiten. Ich sah zahlreiche Gastro-und Koloskopien, bekam aber auch ambulante Termine mit. Ein kleines pädagogisches „Highlight“ kam dabei zum Schluss: Eine Patientin, die seit einigen Wochen schneller aus der Puste kam und beim Hausarzt ein unauffälliges EKG aufwies, zeigte im Herz-Ultraschall eine Tachykardie. Von ihrem Hausarzt bekam sie schon Antibiotika. Es wurde eine Röntgen-Übersichtsaufnahme angefertigt, um einzuschätzen, ob ihre Symptome durch eine „gewöhnliche“ Lungenentzündung erklärt werden können. Das Röntgenbild lieferte allerdings keine hinreichende Erklärung für ihre Beschwerden. Eine durchgeführte Lungenfunktionsuntersuchung ergab keinen Hinweis auf eine obstruktive Lungenerkrankung. Obwohl die Patientin keine Beschwerden in den Beinen oder einen langen Flug in der Anamnese angab, wurde ein Ultraschall der Beinvenen durchgeführt. Und tatsächlich befand sich im rechten Bein eine tiefe Beinvenenthrombose-die Patientin hatte also fast unbemerkt eine Thrombose und in der Folge eine Lungenembolie erlitten. Um das Ausmaß der Lungenschädigung und damit die notwendige Therapieintensität abschätzen zu können, wurde ein CT veranlasst. Die Diagnostik-Kaskade lief in diesem Fall vorbildlich, die Durchführung aller Untersuchungen dauerte nicht einmal 45 Minuten. Sehr beeindruckend!

  • Woche 10 (18.01.2016 - 24.01.2016)


    In dieser Woche sah ich erstmals (und gleich zwei Mal) die typische Klinik einer Innenmeniskusläsion. Außerdem einen Hautausschlag nach dem Absetzen eines Antibiotikums und ich konnte das erste Mal ein Quincke-Ödem sehen, das durch die Einnahme eines ACE-Hemmers verursacht wurde. Am Dienstag durften Peter von Philipsborn (ein Medizinstudent, der für ein Blockpraktikum im Bayerischen Wald war) und ich Petra Weinmann bei ihrer Arbeit begleiten. Wir bekamen neue Einblicke in die Behandlung des Diabetes, in das Disease-Management-Programm (DMP) des Diabetes sowie in die Behandlung von Wunden, die den Diabetes oft begleiten. Ich konnte außerdem im Ultraschall einen großen, harmlosen, geschwollenen Lymphknoten ansehen und sah erstmals eine Darmkokarde (eine Doppelringstruktur, die bei verschiedenen Erkrankungen vorliegen kann). Am Donnerstag durfte ich einen Vormittag lang die Neurologin Dr. Schlenk bei ihrer Arbeit begleiten. Ich konnte neues zum EEG lernen, sah Patienten mit Anfallsleiden, mit Depressionen oder mit Parkinson. Insbesondere lernte ich viel über Medikamente, die gegen neurologische und psychiatrische Erkrankungen eingesetzt werden und worauf dabei zu achten ist. n der Donnerstags-Fortbildung ging es um Behandlungsmöglichkeiten der Otitis Externa und die
    unterschiedlichen Präsentationsformen, wenn diese durch Pilze oder Bakterien verursacht wird.

    Außerdem nahm ich am Samstagvormittag zum ersten Mal am KV-Dienst teil.
    Dr. Blank und ich überprüften die Lernziele, die wir mir zu Beginn des PJ in einem Curriculum gesetzt hatten. Sowohl er als auch ich hatten darin festgehalten, was ich zu welchem Zeitpunkt „können“ soll
    - ich habe mir dafür wöchentliche Ziele gesetzt, Dr. Blank hat mir monatliche Ziele gesetzt. Über das Erreichen der Lernziele gibt der Curriculum Auskunft.

    … Und in der freien Zeit genoss ich die wunderbare Schneelandschaft in und um Kirchberg 
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  • Woche 11 (25.01.2016 - 31.01.2016)


    Für diese elfte Woche nahm ich mir Themen aus der Neurologie und Kardiologie vor. Ich las die DEGAM-Leitlinie zum Thema Demenz und begleitete den Kardiologen Dr. Panagopoulos bei seiner
    Sprechstunde.Ansonsten lernte ich neues zum Wundmanagement, zum Morbus Addison, zur Polymyalgia Rheumatica, zur Problematik nach Magen(teil)resektion bei Magenkrebs, informierte mich über die seltene Erkrankung Morbus Fabry und begleitete einige LUFUs und Belastungs-EKGs.
    In der kardiologischen Sprechstunde durfte ich erste Erfahrungen mit der Echokardiographie sammeln, begleitet das Auslesen eines Event Rekorders, lernte neues zu Rhythmusstörungen und zur
    Blutdruckeinstellung.
    In der Fortbildung „Generationenübergreifendes Lernen“ ging es diese Woche um das Thema „akuter Kopfschmerz“ und worauf bei der Anamnese, Therapie und der Differenzialdiagnostik besonders zu achten ist. Im Laufe der Woche konnte ich das neue Wissen gleich einige Male anwenden 

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  • Die 12. Woche (01.02.2016 - 07.02.2016)


    In dieser Woche durfte ich gleich zwei Mal hospitieren, und zwar in der „Urologie im Bayerwald“ bei Dr. Haider und Dr. Esser sowie bei dem Deggendorfer Rheumatologen Dr. Kirrstetter.

    Am Montag, in der Urologie, wartete ein vielfältiges Bild an urologischen Erkrankungen auf mich. Neben „Klassikern“ wie der Benignen Prostatahyperplasie und Prostata-Karzinomen sah ich auch seltenere Krankheitsbilder, wie ein Lokalrezidiv bei Penis-CA, ein Ileum-Konduit bei z.N. Harnblasen-CA, gestaute Nierenbecken bei V.a. eine angeborene Ureterabgangsstenose, einen Patienten mit überstandenem Hoden-CA und eine Phimose. Ich konnte bei einigen Zystoskopien zuschauen. Das war insbesondere deshalb sehr wichtig für mich, da die meisten Patienten aus der Gemeinschaftspraxis, die in die Urologie überwiesen werden, einen unklaren Urinbefund haben, der weiter abgeklärt werden soll-bei diesen Patienten wird dabei so gut wie immer eine Blasenspiegelung durchgeführt. Jetzt weiss ich, was genau auf die Patienten zukommt, wenn ich ihnen erzähle, dass eine Zystoskopie notwendig sein wird. Außerdem durfte ich bei Dr. Haider viel sonografieren. In der Praxis gibt es mehrere Ultraschallgeräte mit z.T. sehr unterschiedlicher Auflösung-es war wirklich sehr interessant, wie unterschiedlich Bilder von derselben Niere an unterschiedlichen Geräten aussehen können!

    Zurück in Kirchberg kam ich in dieser Woche mit Krankheitsbildern wie einer psychogenen Synkope, einer Sigmadivertikulitis, Schwindelgefühlen nach überstandenem Herzinfarkt, der Neudiagnose Asthma, einer Hämochromatose und Anämie in Berührung.

    Ein besonderes Highlight dieser Woche war der Besuch von Frau Dr. Claudia Levin, Hausärztin mit verschiedenen Lehraufträgen, aus München. Sie wird in Zukunft an einem Tag der Woche in der Praxis sein, um Assistenzärzte zu supervidieren. Auch ich, als Studentin, durfte in dieser Woche von ihr lernen. Es hat wirklich großen Spaß gemacht, ich habe viel gelernt und freue mich schon auf die weiteren Praxistage mit Frau Levin.

    Am Freitag war ich in der rheumatologischen Facharztpraxis von Dr. Kirrstetter in Deggendorf und durfte die Sprechstunde begleiten. Ich bekam viele neue Informationen zu den Behandlungsmöglichkeiten von rheumatologischen Erkrankungen und sah Patienten mit Krankheitsbildern wie Rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis, Dermatomyositis, unklaren Gelenkbeschwerden und bekam Einblicke in die Schwierigkeiten von Frauen, die an einer rheumatischen Erkrankung leiden und einen Kinderwunsch haben.

    Diese Woche war auf jeden Fall sehr vielseitig und interessant! J
  • Woche 13 (08.02.2016 - 14.02.2016)


    In dieser Woche setzte ich mich mit der Leitlinie Schlaganfall auseinander, lernte den ABCD2-Score kennen und wiederholte den CHADS-Score. Ich sah Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz, ein Mädchen mit einer konvulsiven Synkope nach dem Essen, lernte neues zu Nahtwunden am Finger, neues zu (insbesondere kleinen) Gallensteinen, lernte neues zu Problemen bei der „üblichen“ Blutzuckerbestimmung durch Blut aus der Fingerkuppe und sah die Behandlung eines momentan entgleisten Diabetes. Außerdem sah ich ein allergieassoziiertes stammbetontes Exanthem, Soor bei einem Säugling, ein Erysipel bei Nagelpilz und zahlreiche Patienten mit zum Teil eindrucksvollen Atemwegsinfekten. Mir begegnete ein Kind mit gering ausgeprägten Windpocken-so gering ausgeprägt wohl wegen einer Impfung gegen Windpocken; ich sah das erste Mal einen bilderbuchartigen Hautbefall durch Pilze und lernte die Eskalation in der Therapie dessen kennen, wenn das Standardmedikament nicht die gewünschte Besserung bringt. Besonders beschäftigt hat mich in dieser Woche ein Patient, der eine unklare zunehmende Müdigkeit bei (ursächlich unbekannter) Anämie, Herzinsuffizienz, zunehmender Niereninsuffizienz, einer Schilddrüsenunterfunktion und COPD aufwies-Was ist Ursache, was ist Folge? Wo soll man ansetzen? Gibt es ein behandelbares neues Grundproblem? Kommt die Müdigkeit von der Herzinsuffizienz? Gefährde ich die Nieren, wenn ich die Herzinsuffizienztherapie intensiviere? Wird dann die Anämie (und Müdigkeit) vielleicht noch schlechter, falls sie durch einen Nierenfunktionsverlust verursacht wurde? Ist die Anämie für die Müdigkeit verantwortlich und sollte eher ihr nachgegangen werden? Oder ist es schlichtweg eine schlecht eingestellte Schilddrüse, die für die Müdigkeit verantwortlich ist-und die Anämie hat damit gar nichts zu tun? Steckt hinter der Müdigkeit, die nach ein paar Tagen von Insomnie begleitet wurde, vielleicht eine Depression? Hängt auch diese möglicherweise mit der Schilddrüse zusammen? Wirklich kompliziert…
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  • Woche 14 (15.02.2016 - 21.02.2016)

    In dieser Woche durfte ich noch einmal mit Petra Weinmann Einblicke in das Wundmanagement und in die Diabetes-Einstellung bekommen. Bei der Skype-Fortbildung „Generationenübergreifendes Lernen“ stand das Thema „Harnwegsinfekt“ auf dem Plan. Außerdem habe ich mich in dieser Woche
    dem Thema „Prävention“ angenommen. Ich eignete mir daher neues Wissen zu Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen an und setzte mich auch damit auseinander, welche Reiseimpfungen von Krankenkassen (teilweise) übernommen werden können (nachzulesen unter http://www.crm.de/krankenkassen/kk_tabelle_kassen.htm ) . In der Sprechstunde stellte sich eine Synkope unerwarteter weise als psychogen bedingt heraus, ich konnte einen Pleuraerguss bei dekompensierter Herzinsuffizienz im Ultraschall darstellen, die Besserung dessen mitverfolgen und außerdem die Wirkung der weitergehende Therapie beobachten. Am Mittwoch durfte ich die Sprechstunde von Dr. Träger, HNO-Arzt in Grafenau, begleiten. Hier lernte ich neues zu den Themen Schwindel, Tinnitus, beschlagene Ohren, Schwerhörigkeit, Hyposensibilisierung, nicht abheilende Rhinosinusitiden, Polypen, ich lernte neues zur Bedeutung der Halswirbelsäule und von Refluxbeschwerden für die HNO, sah beim Laryngoskopieren und beim Spiegeln zu. Ich gewann sehr interessante Einblicke!
  • Wochen 15 und 16- die letzten beiden Wochen

    In den letzten beiden Wochen rekapitulierte ich Gelerntes und setzte mich außerdem „am Ende“ mit „dem Ende“ auseinander: Ich nahm mich der Leitlinie zur palliativmedizinischen Versorgung an. Darüber hinaus durfte ich Waltrud Mader beim geriatrischen Assessment begleiten und wendete in diesem Zug den Minimental Status Test, den DemTect-Test, das Esslinger Sturz-Assessment und den Barthel-Index an. Außerdem informierte ich mich über die DEGAM-Empfehlungen zum Umgang mit dem Keim MRSA und zur Mikrohämaturie.Einen Vormittag lang durfte ich in die Ergotherapie in Zwiesel schnuppern, in der Sprechstunde wieder Fäden ziehen, Ohren spülen, Medikamentenumstellungen nach Krankenhausentlassungen begleiten, in viele Rachen schauen und auf viele Lungen hören. Im Rahmen des „Exzellenten Winters“ begleitete ich eine Fallbesprechung und durfte im Klinikum in Viechtach am Sonokurs teilnehmen. Und dann… dann gings wieder zurück in meine Wahlheimat Tittmoning. Ab dem 07.03. geht mein Praktisches Jahr in der Inneren Medizin in Traunstein weiter. Ich bin gespannt, was mich dort erwartet.
    Vielen Dank an alle Patienten, an das gesamte MFA-Team, an Dr. Oldenburg, Dr. Takacs, Frau Friedel und Dr. Blank für die schöne Zeit und das entgegengebrachte Vertrauen. Ich werde sehr gerne auf die schöne Zeit im Bayerischen Wald zurückblicken!

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Jeden Morgen beim Aufstehen und dem Blick aus dem Fenster bin ich so begeistert von der Aussicht, so kommen eine Menge Fotos zusammen - hier ein kleiner Einblick in meine Sammlung (zum vergößern einfach auf die Bildausschnitte klicken)